Meet-the-Data kompakt
"Forschungsdaten - leicht gemacht" bietet einen zweitägigen Überblick zu Daten von Forschungsdatenzentren.
An zwei Tagen werden vorhandene Daten der Forschungsdatenzentren des KonsortSWD (Konsortium für die Sozial-, Verhaltens-, Bildungs- und Wirtschaftswissenschaften) vorgestellt. Diese qualitativ hochwertigen Daten und die dazugehörigen umfangreichen Dokumentationen stehen zwecks Nutzung in der Forschungsgemeinschaft sowie zwecks Erstellung von Qualifikationsarbeiten zur Verfügung. Es liegen Daten zu verschiedenen Altersgruppen, Zielgruppen oder Themen, quantitativer oder qualitativer Natur und verschiedenen Designs (u. a. Längsschnitt, Repräsentativ, Interviews) vor.
Diese Daten bergen ein umfangreiches Forschungspotenzial und eignen sich sowohl für Bachelor- und Masterarbeiten als auch zur Beantwortung vertiefender Forschungsfragen. Die Nutzung von Daten aus den Forschungsdatenzentren bringt viele Vorteile mit sich, wie zum Beispiel:
- es spart Zeit und Kosten, da nicht selber Daten erhoben werden müssen,
- die Daten weisen eine hohe Qualität auf, da überwiegend von ausgewiesenen Experten und Instituten erhoben,
- ermöglichen die Arbeit mit i.d.R. großen Stichproben und die Betrachtung einer hohen Anzahl an Kovariaten,
- es kann auf eine umfangreiche Dokumentation sowie statistische Skripts zurückgegriffen werden,
- die Arbeit mit den Daten eröffnet den Zugang zu vielen wissenschaftlichen Communities.
Teilnahmeinfos
Jede Einzelveranstaltung besteht aus einem Vortrag und einem moderierten Q&A-Teil.
Wann und wo?
Die Veranstaltungen finden am 12.05 und 13.05. online per Zoom statt. Jede Veranstaltung dauert 45 Minuten.
Bitte melden Sie sich für den oder die Veranstaltungstage einzeln an, an denen Sie sich für Veranstaltungen interessieren. Ihre Anmeldung wird per E-Mail bestätigt.
Folien und Aufzeichnungen
Die Folien werden nach jeder Sitzung öffentlich zugänglich gemacht. Die entsprechenden Links finden Sie in den Beschreibungen der vergangenen Vorträge.
12. Mai 2025 I 13:00–16:05 Uhr
Anmeldung
13:00–13:05 I Begrüßung
Begrüßung
13:05–13:50 I Forschungsdatenzentrum der Deutschen Rentenversicherung Bund
Vortragender: Dr. Daniel Brüggmann | FDZ: FDZ-RV
Das Forschungsdatenzentrum der Rentenversicherung (FDZ-RV) stellt der nicht-kommerziellen, unabhängigen Wissenschaft prozessproduzierte Mikrodatensätze der Deutschen Rentenversicherung Bund nach transparenten und standardisierten Regeln zur Verfügung.
Heute können wir der Wissenschaft und Forschung eine große Bandbreite an Datensätzen anbieten. Wir stellen über 150 Datensätze in verschiedenen Themenbereichen zu Versicherung, Rente und Rehabilitation bereit. Unsere Datensätze sind für gängige Analyseprogramme wie SPSS, Stata, R und Python aufbereitet, wodurch eine flexible und präzise Auswertung ermöglicht wird. Wir orientieren uns an internationalen Standards, beispielsweise arbeiten wir nach dem FAIR-Prinzip. Dies stellt sicher, dass unsere Daten für die Wissenschaft und Forschung leicht auffindbar, zugänglich, interoperabel und wiederverwendbar sind. Ergänzt wird unser Angebot durch eine umfangreiche Dokumentation und ein relevantes Literaturangebot.
Unser Ziel ist es, den Zugang zu Forschungsdaten weiter zu verbessern und die Datenbereitstellung kontinuierlich zu erweitern. Wir arbeiten daran, Kooperationen auszubauen und die Vernetzungen zu anderen Forschungsdatenzentren, wissenschaftlichen Einrichtungen und Wissenschaftler*innen zu fördern.
Im Rahmen der Präsentation werden wir ein Teil dieser Datensätze vorstellen, um das Analysepotenzial zu veranschaulichen.
Weitere Informationen zum Datenangebot und zum Datenzugang finden sich unter:
13:50–14:35 I Forschungsdatenzentrum des Deutschen Zentrums für Altersfragen
Vortragender: Dr. Stefan Stuth | FDZ: FDZ-DZA
Das Deutsche Zentrum für Altersfragen (DZA) forscht zu Fragen des Alters und Alterns und stellt Gesellschaft und Politik sowie dem akademischen Diskurs aktuelle und innovative Informationen zur Verfügung. Um Altersfragen in gesellschaftlicher und individueller Perspektive angemessen zu untersuchen, erhebt das DZA den Deutschen Alterssurvey (DEAS). Diese Langzeitstudie läuft seit 1996 und erfasst die Lebenssituation und Alternsverläufe von Menschen in der zweiten Lebenshälfte (ab 40 Jahren). Das Forschungsdatenzentrum des DZA (FDZ-DZA) bietet Forschenden (inkl. Studierenden) einen kostenfreien Zugang zu diesem Datenschatz für ihre Forschungsprojekte und Abschlussarbeiten an. Darüber hinaus stellt das FDZ-DZA auch die Studie „Hohes Alter in Deutschland (D80+)“ von CERES der Universität zu Köln zur Verfügung.
Der Deutsche Alterssurvey enthält umfangreiche Informationen aus Quer- und Längsschnittbefragungen u.a. zu Erbschaften, Altersdiskriminierung, Wohlbefinden, Gesundheit, Partnerschaft, Vermögen, Wohnen, Freizeitaktivitäten, (Enkel-)Kindern, intergenerationalen Beziehungen, Einsamkeit und Pflege.
Neben den Scientific Use Files für alle Erhebungswellen der kombinierten Quer- und Längsschnitterhebung enthält der DEAS zudem Informationen zum Todeszeitpunkt und kann am Gastwissenschaftlerarbeitsplatz am DZA zudem für Analysen mit regionalen Fragestellungen verwendet werden.
Die Themenvielfalt und das Analysepotenzial des Deutschen Alterssurveys werden im Vortrag genauer beleuchtet.
Weiterführende Informationen zum Datenangebot und Datenzugang finden sich unter: https://www.dza.de/forschung/fdz
14:35–15:20 I Mikrodaten des FDZ der statistischen Ämter des Bundes und der Länder
Vortragender: Dr. Hans-Ullrich Mühlenfeld | FDZ: FDZ-STO NW
Die Forschungsdatenzentren der statistischen Ämter des Bundes und der Länder (FDZ) bieten seit 2001/2002 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Möglichkeit, auf ein breites Portfolio von Mikrodaten der amtlichen Statistik zu zugreifen.
Mit den mehr als 100 verschiedenen Statistiken wurden schon über 5.000 Projekte mit fast 9.000 Personen durchgeführt. Im Angebot der FDZ befinden sich Mikrodaten aus den verschiedensten wissenschaftlichen Bereichen. Agrar-, Umwelt-, Wirtschafts- und Sozialstatistiken. Die Daten der FDZ der statistischen Ämter umfassen Fragestellungen zu Binnen- und Außenmigration sowie zu Lebensumständen von Personen mit Migrationshintergrund. Es handelt sich dabei um Daten, die seitens der Politik und der Wirtschaft genutzt werden, um faktenbasierte Entscheidungen zu treffen und die der Wissenschaft via der FDZ ebenfalls zur Verfügung stehen.
Die meistgenutzte amtliche Statistik der FDZ ist der Mikrozensus. Der Mikrozensus ist die umfangreichste, jährliche, repräsentative Haushaltebefragung in Europa. Seit dem Jahr 2020 hat sich der Merkmalskranz mit ca. 1.500 Merkmalen fast verdreifacht und macht die ohnehin attraktive Datenquelle noch attraktiver für die Wissenschaft. Im Vortrag werden die (neuen) Auswertungspotentiale des Mikrozensus sowie dessen Herausforderungen beleuchtet.
15:20–16:05 I Forschungsdatenzentrum im Kraftfahrt-Bundesamt
Vortragender: Dr. Benjamin Fuchs I FDZ: FDZ im KBA
Das Forschungsdatenzentrum im Kraftfahrt-Bundesamt (FDZ im KBA) stellt derzeit Mikrodaten zum Bestand im Zentralen Fahrzeugregister (ZFZR) sowie zum Zugang in das Fahreignungsregister (FAER) für die nicht-kommerzielle wissenschaftliche Forschung zur Verfügung.
Jährlich werden mehrere Millionen Entscheidungen zu Ordnungswidrigkeiten und Hunderttausende Entscheidungen zu Straftaten an das FAER übermittelt. Hierunter fallen u.a. detaillierte Angaben zur Art des Verstoßes, Angaben zu den entsprechenden Maßnahmen wie die Höhe von Geldbußen oder Fahrverboten sowie das Datum und die Uhrzeit des Verstoßes. Ergänzt werden diese Angaben um demografische und räumliche Informationen zur im Register erfassten Person.
Mehr als 60 Mio. Kraftfahrzeuge sind jährlich zum 01. Januar eines Jahres im Bestand im ZFZR erfasst. Das Datenangebot umfasst detaillierte (technische) Angaben zu den einzelnen Fahrzeugen, u.a. zum Antriebssystem oder im Falle von Neuzulassungen das monatsgenaue Datum der Neuzulassung. Diese Angaben werden um demografische und räumliche Angaben zur fahrzeughaltenden Person ergänzt, wie bspw. Angaben zum (Wohn-)Sitz bis zur 1qkm-Gitterzelle als kleinstmögliche regionale Auflösung.
Im Rahmen der Präsentation werden beide Datenprodukte und ihr jeweiliges Analysepotenzial näher vorgestellt. Weiterhin wird auf die verschiedenen Möglichkeiten des Datenzugangs eingegangen.
Detaillierte Informationen zum Datenangebot und Datenzugang finden sich unter: https://www.kba.de/DE/Statistik/Forschungsdatenzentrum/forschungsdatenzentrum_node.html
13. Mai 2025 I 13:00–15:20 Uhr
Anmeldung
13:00–13:05 I Begrüßung
Begrüßung
13:05–13:50 I Forschungsdatenzentrum der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
Vortragender: Dr. Markus Weißphal I FDZ: FDZ-BAuA
Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) führt Forschungsprojekte durch, in denen vielfältige Daten zur Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit erhoben werden. Das Forschungsdatenzentrum der BAuA (FDZ-BAuA) bietet Forschenden (inkl. Studierenden) Datensätze aus diesen Forschungsprojekten an. Darüber hinaus stellt das FDZ-BAuA auch ausgewählte Datensätze aus dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) zur Verfügung.
Die Datensätze des FDZ-BAuA enthalten u.a. umfangreiche Informationen aus Quer- und Längsschnittbefragungen zu Arbeitsbedingungen, Gesundheit, Zufriedenheit und Wohlbefinden von Erwerbstätigen in Deutschland.
Zentrale Datensätze sind Scientific Use Files zu mehreren Erhebungswellen der Panelstudien BAuA-Arbeitszeitbefragung (AZB) und Studie zur Mentalen Gesundheit bei der Arbeit (S-MGA) sowie zur Repräsentativbefragung zur Teilhabe von Menschen mit Behinderungen (Teilhabesurvey) des BMAS.
Die Datensätze und ihr jeweiliges Analysepotenzial werden im Vortrag genauer beleuchtet. Abschließend werden die notwendigen Schritte für den Datenzugang erläutert.
Weiterführende Informationen zum Datenangebot und Datenzugang finden sich unter: https://www.baua.de/fdz
13:50–14:35 I Forschungsdatenzentrum des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge: Daten für die Migrations- und Integrationsforschung
Vortragende: Dr. Gwendolin Bloßfeld I FDZ: BAMF-FDZ
Mit den Daten des BAMF-FDZ können Fragen zu Migration und Integration auf Basis reichhaltiger Register- und Befragungsdaten beantwortet werden. Im Rahmen der Session werden folgende zwei Datensätze vorgestellt: (1) der Forschungsdatensatz 2023 des Ausländerzentralregisters (AZR-FD 2023) und (2) die Befragungsdaten „Muslimisches Leben in Deutschland 2020“ (MLD 2020).
Das Ausländerzentralregister (AZR) enthält alle ausländer- und asylrechtlich relevanten Informationen über ausländische Personen, die sich länger als drei Monate in Deutschland aufhalten oder aufgehalten haben. Der AZR-Forschungsdatensatz 2023, welcher eine 20-prozentige Zufallsstichprobe alles volljährigen Personen zum Stichtag 31.12.2023 enthält, bietet spannende Analysepotentiale für Migrationsforschende, die sich für Informationen zu individuellen Migrationsverläufen in Deutschland, zum regionalen Verbleib und zur Mortalität interessieren.
Integrationsforscher können mit den Befragungsdaten „Muslimisches Leben in Deutschland 2020“ die in Deutschland lebende muslimische Bevölkerungsgruppe untersuchen. Das Analysepotenzial umfasst sowohl deren religiöse Alltagspraxis als auch Aspekten der Integration (Sprachkenntnisse und Bildung).
Informationen zum Datenangebot und Datenzugang finden sich unter: www.bamf.de/fdz
14:35–15:20 I Forschungsdatenzentrum der Bundesagentur für Arbeit im Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung
Vortragender: Dr. Phillip vom Berge I FDZ: FDZ der BA im IAB
Das Forschungsdatenzentrum der Bundesagentur für Arbeit im Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (FDZ der BA im IAB) ermöglicht externen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern den Zugang zu sensiblen Mikrodaten des IAB für die nicht-kommerzielle Forschung im Bereich der Sozialversicherung und der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.
Im Vortrag werden zunächst die administrativen Prozessdaten vorgestellt, die individuelle Arbeitsmarkthistorien seit 1975 tagesgenau abbilden können und somit einzigartige Analysepotentiale eröffnen. Um diese Potentiale noch weiter zu erhöhen, werden die administrativen Daten am FDZ auf der Individualebene mit Daten aus weiteren Quellen verknüpft. Diese Quellen umfassen sowohl Befragungen des IAB als auch bekannte Befragungen von externen Anbietern (zum Beispiel das SOEP oder das NEPS). Die so verknüpften Datensätze werden am FDZ zu standardisierten Forschungsdatenprodukten aufbereitet und über sichere Datenzugangswege international zugängig gemacht.
Der Vortrag stellt ausgewählte Datenprodukte aus dem Portfolio des FDZ der BA im IAB vor, zeigt exemplarische Anwendungsbeispiele, und erläutert die Zugangsvoraussetzungen.
Weitere Informationen zum Datenangebot und Datenzugang finden sich unter: https://fdz.iab.de/